Eine Stadt auf zwei Kontinenten, Orient und Okzident. Getrennt oder verbunden dorch den Bosporus, die enge Durchfahrt zum Marmarameer für Schifffe, Fähren und Fischerboote. Der Blick geht von hier zu den Zinnen des Topkapi-Serails vorbei an der Festung der Rumeli Hisari, die im Sommer beliebter Veranstaltungsort für Freilichtaufführungen.
Das Licht ist mystisch hier, die Sonne goldgelb und dunkelorange. Das Dröhnen der Dampfer, die zwischen den Kontinenten Menschenmengen hin- und hertransportieren. Für die Überfahrt gibt es zur Stärkung kleine Gläser mit Schwarztee - dem türkischen Nationalgetränk - serviert in kleinen Goldrandgläsern.
Die Stadt brodelt vor Menschen, sind es 14 oder 20 Millionen, keiner weiß es. Aus Anatolien kommen sie, um das Glück in der Großstadt zu machen. Eine Stadt mit vielen Gesichtern. Im Stadteil Taksim mit modernen Boutiquen und Büroetagen. Hier regiert die Jugend und das freiheitliche Denken.
Lautes Gelächter in den Lokalen, junge Frauen mit figubetonter Kleidung und Handy - man zeigt sich und zeigt, dass man frei ist. In Fatih dagegen scheint die Zeit still zu stehen.
Hier bedeckt man sich weiterhin, hier regieren die alten Gesetze. Die Frauen gehen zum Markt, Männer spielen Tavla in den Teehäusern oder rauchen ihre Wasserpfeife.
Istanbul, das ist die Stadt der Schuhputzer, der Fischverkäufer, an jeder Ecke gibt es heiße Sesamklingel oder die Zigerunerin mit duftenden Kleinnarzissen den "Nergis". Es duftet nach frischem Brot, Händler überbrüllen sich gegenseitig, um ihre Ware anzupreisen. Der 1-Mannhändler mit der Schubkarre, der an die Passanten frische gerade geschälte kleine Gartenkurken verkauft. Oder der Bauer, der sich auf Bananan spezialisiert hat.
Die Toleranz der Stadt ist grenzenlos. Sie setzt sich zusammen aus einem Völkergemsich von Europäern, Armeniern, Juden umd Albanern. Das griechisches Byzanz, das römnische Kostantinopel, das osmanische Stambul.
Politisches Zentrum des alten Byzanz war das Hippodrom, die angrenzende Kirche, die "Hagia Sophia" - heute Museum - diente dem religiosen Kult von orthdoxem Christentum und Islam.
Der Architekt Sinan (er starb 99 jährig 1588) errichtete sein großartigstes Werk auf einer Anhöhe am Südufer des Goldenen Horns: Die Süleymanye Moschee.
Sinans Werke erzählen von der Heiterkeit des Seins und Steins, von der Harmonie zwischen inneren und äußeren Welten.
Von den 335 von ihm errichteten Bauwerken stehen über 200 allein in Istanbul. Brücken, Aquadukte, Schulen, Krankenhäöuser, Universitäten, Medresen, Mausoleen, Paläste. Sein Baustil prägt die Stadt bis heute.
Im Stadtkern gibt es den Kapali carsi (überdachter Basar) mit Goldschmieden, Leder- und Teppichhändlern. Auf der anderen Seite nähe des Goldenen Horns der Misir carsi (ägyptischer Basar) mit Haushaltswaren, Gewürzen aus aller Herren Länder, Obst und Gemüse im Überangebot.
Auf Büyük Ada (die große Insel) vor Istanbul scheint die Zeit still geblieben zu sein. Hier gibt es keine Autos. Hier regieren die Pferdekutschen. Viktoriansiche Villen und Sommerhäuser wurden hier zu Zeiten des Osmanischen Reiches errichtet. Riesige alte Oleanderbäume säumen den Straßenrand, farbenprächtig in weiß, zartrosa und lila Tönen.
Mimosen und Rosen erblühen zu abertausenden in den Gärten. Sowohl das brodelende Stadtgetümmel als auch die Ruhe der Inseln gehören zusammen und vereinen Istanbul.
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